Wologda

Wologda wurde 1147 gegründet und stand von Beginn an in Konkurrenz zu Moskau; zunächst im Besitz der Republik Nowgorod, dann der Großfürsten von Moskau. Die Stadt liegt im Norden des europäischen Teils Russlands, zwischen Moskau, St. Petersburg und dem Weißen Meer. Dank dieser Lage und der über das russische System der Wasserwege sehr einfachen Kommunikation wuchs Wologdas Wohlstand als Handelsplatz. Nach Gründung der Moskauer Gesellschaft, die über den nördlichen Seehafen Archangelsk das Handelsmonopol zwischen England und Russland genoss, wuchs Wologda noch weiter. Zwischen 1565 und 1571, während der Herrschaft Ivans des Schrecklichen, war Wologda Hauptstadt Russlands – zu dieser Zeit entstanden der Kreml und die meisten anderen bedeutenden Bauwerke. Jedoch läuteten die Gründung St. Petersburgs und die Verlagerung der Handelsaktivitäten in die neue Hauptstadt schon bald den Niedergang Wologdas ein. Heute ist es eine hübsche, ruhige Provinzstadt mit einem großen Angebot an zu besichtigenden Bauwerken. Außerdem gilt Wologda seit dem frühen 19. Jahrhundert als Hauptstadt der russischen Spitze.

Wologda Panoramatour. Die Tour zeigt uns die einzigartige Architektur dieser Stadt im Norden – ihre Gebäude aus Holz, Backstein und Stein. Nichtsdestotrotz sind es vor allem die Holzbauten, die Wologda zu etwas Besonderem machen. Wologdas Architekten sind in ganz Russland bekannt: Die Vielfalt der Holzbauten variiert von klassizistisch bis modern und wird Sie möglicherweise erstaunen.

Besuch des Kremls in Wologda. Der Kreml wurde von Ivan dem Schrecklichen an erhöhter Stelle in der Nähe des Flusses Wologda errichtet. Ivan erklärte Wologda im Jahr 1565 zur Hauptstadt seines neuen Opritschnina-Systems und somit auch zur Hauptstadt Russlands. 1566 wurden die Arbeiten am Kreml beendet. Bedauernswerterweise wurden die Mauern im 19. Jahrhundert niedergerissen – die Innenausstattung blieb jedoch weitgehend erhalten. Wir sehen die Torkirche der Erhöhung, die Himmelfahrtskathedrale, die Hauskirche der Geburt, die Zolotoy Residenz, den Gavrilovsky Korps, den Simonovsky KorpsHaus des Bischofs sowie die bildschöne Sophienkathedrale mit ihrem Glockenturm.

Besuch der Sophienkathedrale. 1568, kurz nach Fertigstellung der Festung, wurden die Arbeiten an der Kathedrale aufgenommen. Diese liegt innerhalb der Kreml-Mauern und dominiert die gesamte Anlage. Als Ivan der Schreckliche 1571 Wologdas Status als Hauptstadt Russlands beendete und nach Moskau zurückkehrte, wurden die Arbeiten an der Kathedrale unterbrochen. Auch als 18 Jahre später das Gebäude selbst fertiggestellt war, fehlten Dekoration und Ornamente und die Kirche gab ein eher düsteres Bild ab. Die heutige Dekoration wurde erst Jahrhunderte später hinzugefügt – von größter Bedeutung sind hier eine vollständige Freskensammlung aus dem 17. Jahrhundert sowie die Ikonostase aus dem 18. Jahrhundert.

Besuch des Spaso-Prilutsky Klosters. Dimitri Prilutsky, Abt des Nikolsky Klosters in Pereslawl-Zalessky, gründete das Kloster 1371 an den Ufern des Flusses Wologda. Schon bald stand das Kloster unter dem Schutz der Fürsten von Moskau, die ihr Einflussgebiet in den Norden des Landes ausdehnen wollten. Die Erlöserkathedrale aus dem Jahr 1537 ist das älteste Steingebäude in Wologda. Nach den polnischen Invasionen zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster stark befestigt, und während der napoleonischen Invasion waren die meisten Moskauer Schätze hierher evakuiert worden. Zum Gelände gehören zahlreiche weitere, sehenswerte Gebäude: die Präsentationskirche (1623), die Allerheiligenkirche (1721), die Katharinenkirche (1830) und die Himmelfahrtskirche. Letztgenannte, eine der ältesten Holzkirchen in Russland, war von ihrem früheren Standort in einem anderen Kloster nach Spaso-Prilutsky gebracht worden.

Besuch des Spitzenmuseums. Wologda galt bereits seit dem 19. Jahrhundert als Hauptstadt der russischen Spitze. 1893 waren etwa 4.000 Klöppler in Wologda tätig, die in Russland selbst und sogar über die Landesgrenzen hinaus einen einzigartigen Ruf genossen. So wurde Klöpplern aus Wologda bei einer Ausstellung in Paris im Jahre 1937 die Goldmedaille verliehen – ein Erfolg, den sie 1958 in Brüssel wiederholen konnten. 2012 wurde in Wologda das Spitzenmuseum eröffnet; es ist im Stadtzentrum in einem Haus aus dem frühen 19. Jahrhundert untergebracht. Das Museum widmet sich sowohl der Entwicklung von Handwerk und Kunst in der Region Wologda als auch der Spitzenklöppelei und ihren besonderen Schwerpunkten vom 19. bis 21. Jahrhundert. Auch anderen Ländern Europas – Deutschland, Frankreich, Polen, Slowakei und Spanien – sind Ausstellungsräume zugeteilt; ebenso wie der generellen Entwicklung der Klöppelei im 17./18. Jahrhundert, der Zeit also, in der diese Kunst entstanden ist. Zum Museum selbst gehören außerdem eine Schule für Spitzenklöppelei sowie ein Museumsshop.