Vladimir. Die Wiege Russlands und, mit dem benachbarten Susdal, der Ursprung seiner Geschichte. Vladimir besticht mit einem reichen historischen Erbe. Die ersten Bewohner lassen sich (mindestens) für die Altsteinzeit nachweisen – die Siedlung Sungir ist 25.000 Jahre alt. Die jetzige Stadt Vladimir wurde 1108 von Prinz Vladimir Monomach von Kiew gegründet – die moderne Forschung schreibt die Stadtgründung allerdings Vladimir dem Großen zu, dem Vater der orthodoxen Kirche Russlands, und datiert sie auf das Jahr 990. Die Bedeutung der Stadt erreichte ihren Höhepunkt unter Prinz Andrei Bogolyubsky, der sie zur Hauptstadt des Fürstentums Vladimir-Susdal machte und somit zur wichtigsten Stadt Russlands (ab 1157). Mit der mongolischen Invasion 1238 begann die Bedeutung Vladimirs zugunsten Moskaus zu schwinden. Nichtsdestotrotz blieb hier bis 1325 der Sitz der russisch-orthodoxen Kirche und bis in das Jahr 1432 wurden die Großfürsten Russlands in Vladimir gekrönt. Die nachlassende Bedeutung Vladimirs hat allerdings zum Erhalt seiner mittelalterlichen Bauten beigetragen – und gewiss auch zur Auszeichnung der Stadt des Goldenen Rings als UNESCO-Weltkulturerbe.

Panoramatour in Vladimir. Die Mehrzahl der interessanten Bauwerke in Vladimir wurde sowohl von russischen als auch von ausländischen Architekten und Künstlern in den ruhmreichen Tagen der Stadt erbaut. Unsere Tour beginnt im Zentrum, wo neben dem Goldenen Tor viele weitere Sehenswürdigkeiten zu finden sind. Das Goldene Tor wurde 1158 als Teil der Stadtmauer errichtet und diente als Hauptzugang zur Stadt. Das Tor war mit goldenen Plättchen bedeckt; eine kleine Kirche, die oben auf dem Tor thronte, diente der Aufbewahrung des Heiligen Gewandes.

Besuch der Himmelfahrtskathedrale (Verklärungskathedrale), die von dem hier ruhenden Prinz Andrei Bogolyubsky in Vladimirs früherem Kreml errichtet worden war. Die Kathedrale sollte das Zentrum der russischen Kirche sein, ihre Gemälde gehörten zum Feinsten in der gesamten russischen Kunst. Als die Originalfresken 1238 von den Mongolen zerstört wurden, malte Großmeister Andrei Rublev 1408 neue Fresken, eine barocke Ikonostase wurde 1774 hinzugefügt. Die Kathedrale gehört zu den berühmtesten Bauwerken Russlands und inspirierte zahlreiche Kirchen und Kathedralen im gesamten Land – allen voran die Namensschwester im Moskauer Kreml.

Besuch der Demetrius Kathedrale. 1194 als königliche Kirche für Prinz Vsevolod III errichtet, sind die Steinornamente der Fassade die größte Attraktion. Die König David, Alexander dem Großen und Samson gewidmeten Szenen auf der Fassade werden in der Kirche durch Fresken aus dem 12. Jahrhundert ergänzt. Hier wird das Jüngste Gericht dargestellt.