Kostroma

Kostroma ist die nördlichste Stadt des Goldenen Rings, sie liegt an den Ufern der Wolga. Dort, wo die Wolga auf die Kostroma trifft, gründete Prinz Yuri Dolgoruki, der Begründer Moskaus, im Jahr 1152 die Stadt Kostroma. Viele Male wurde die Stadt besetzt und zerstört – von Mongolen, Tataren und Flusspiraten aus Nowgorod. Nach dem letzten Angriff durch die Polen bot eine Delegation aus Moskau Michael Romanov, der zu dem Zeitpunkt im Ipatjew Kloster vor Ort lebte, die Krone des Zaren von Russland an. So endete die Zeit der Unruhe mit dem ersten Romanov Zar. Die Romanovs stellten Kostroma unter ihren Schutz; etliche von ihnen kamen zurück und besuchten die Stadt, so auch der letzte Zar, Nikolas II. Die Stadt wuchs und entwickelte sich zum Handelszentrum – zunächst als Hafen an der Wolga, später dank der Niederlassung der Moskauer Gesellschaft, die das Handelsmonopol zwischen England und Russland über den nördlichen Seehafen Archangelsk besaß. Im 17. Jahrhundert war Kostroma hinter Moskau und Jaroslawl die drittgrößte Stadt Russlands. 1773 zerstörte ein Großbrand weite Teile der Stadt – das Feuer brachte jedoch auch einen Hoffnungsschimmer mit sich: Katharina die Große beschloss, ihre Pläne zum Städtebau in Kostroma umzusetzen. Eine eigene, unverwechselbare Architektur entstand, die noch heute gut sichtbar ist. Der historische Stadtkern ist weitgehend intakt und fasziniert seine Besucher mit einer Mischung aus provinziellem Charme, den typischen izbas (kleine Holzhäuser) und barocken sowie neoklassischen Gebäuden. Kostroma ist Russlands größter Produktionsstandort für Textilwaren und Schmuck – und auch Snegurochka („Schneekind“), eine Figur im russischen Märchen, kommt von hier. Sie ist zugleich Enkelin und Helferin von Ded Moroz, dem russischen Gegenstück zu unserem Weihnachtsmann.

Kostroma Panoramatour. Wir werden einen Blick auf die Städtebau-Pläne Katharinas der Großen werfen, die – der Legende nach – ihren Fächer auf den Stadtplan legte, um ihre Ideen von einem neuen Straßendesign zu verdeutlichen. Ausgehend von einem Platz am Ufer der Wolga, dem heutigen Sussaninplatz, führen die Straßen zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten – wie dem 1827 erbauten Feuerwachturm, der Hauptwache, dem Palais von General Borschtschow (1824), dem Drama Theater (1863) und dem Mikhail Romanov Denkmal. Auch die berühmten „Handelsgalerien“ oder „Handelsreihen“, deren neoklassischer Stil auf das Jahr 1786 zurück geht, befinden sich hier ganz in der Nähe. Mit dem Bau der Galerien wollte man die Handelstätigkeiten in der Stadt konzentrieren, die Arbeit der Händler einfacher gestalten und das Leben der Steuereintreiber angenehmer machen. Die Galerien verfügten über ein oberes Stockwerk für das Lager, gehandelt wurde ebenerdig. Jede der Galerien war einer Gesellschaft oder sogar einem speziellen Produkt gewidmet: die Blumengalerie, Milch, Tabak, Öl, Fisch, Süßwaren, etc. Das EpiphanienKloster ist hingegen eine Oase der Ruhe, und hinter den dicken Mauern und imposanten Türmen geht das Klosterleben auch heute noch ungestört seinen Gang. In der EpiphanienKathedrale, dem ältesten Steingebäude in Kostroma, befindet sich die byzantinische Ikone der Heiligen Jungfrau Theodora, der man Wunderkräfte zuschreibt. Die Christi-Auferstehungs-Kirche im Walde diente unter sowjetischer Herrschaft als Gemüsespeicher, anschließend wurde sie nach und nach restauriert.

Besuch des Ipatjew (Ipatios) Klosters, das 1330 am Zusammenfluss von Wolga und Kostroma errichtet wurde. Das Kloster war stark befestigt und so können wir noch heute die Mauern aus dem 16. Jahrhundert bewundern, den Belfried, die Türme – eines der wenigen mittelalterlichen Gebäude, die dem Feuer von 1773 widerstanden haben. Die Dreifaltigkeitskathedrale auf dem Klostergelände stammt aus dem 16. Jahrhundert und zählt wunderschöne Fresken und Ikonen so herausragender Künstler wie Nikitin und Savin zu ihrem Besitz. Auch der Romanov Palast, der im 17. Jahrhundert für Michael Romanov und seine Mutter errichtet worden war, befindet sich innerhalb der Klostermauern. Während der polnischen Invasion nutzten die Romanovs den Palast als Versteck. Hier empfing Michael I den Segen als erster Romanov-Zar.

Besuch des Museums für Holzarchitektur. Direkt neben dem Ipatjew Kloster in einem zauberhaften Park mit großen Bäumen und stillen Teichen befindet sich das Museum für Holzarchitektur. 28 für die Region typische Gebäude können hier besichtigt werden, darunter Kirchen, Häuser und Windmühlen. Besonders bemerkenswert ist zweifellos die Kathedrale Unserer Dame (1552), die älteste Holzkirche in Russland.